Aktuelle Spielberichte von Christopher Herla

23.01.2020: DJK Hergolshausen II – TSV Röthlein 1:9 (10:29 Sätze)

Mit einem ungefährdeten 9:1-Sieg hat sich der TSV Röthlein auch im zweiten Aufeinandertreffen mit einer Hergolshäuser Mannschaft schadlos gehalten und feiert den fünften Saisonsieg in Folge. Zum zweiten Mal in ihrer noch jungen Karriere durften dabei Christof und Matthias BKA-Luft schnuppern und nahmen den Abend sogleich zum Anlass, ihre Debütsiege im Einzel zu feiern. Einzig und allein der angeschlagene Mannschaftskapitän Christopher ließ den Hausherren einen Punkt machen.

Die Doppel waren wieder mal bunt durchmischt und dennoch war die Qualität ausreichend, um alle drei zu gewinnen. Christof und Matthias hatten zwar den ein oder anderen zusätzlichen Ballwechsel zu absolvieren, aber auch sie konnten am Ende einen tiefen Erleichterungsschrei loslassen und feierten einen nicht zwingend erwarteten Sieg.

Christians Comeback gestaltete sich zunächst nicht gerade spannend. Wer dachte, dass der altgediente Einser der Röthleiner etwas Anlaufprobleme nach zweieinhalb Monaten Pflichtspielpause gebraucht hätte, sah sich auf dem Holzweg. Vincent Raton war schlichtweg eine Nummer zu klein und Christian fegte über ihn wie ein Tsunami. Christopher hatte zeitgleich einen fehlerfreudigen Matthias Wischer als Gegner. Doch das Problem war, dass Christopher an diesem Tag NOCH desaströser aufspielte. Das Spiel wurde verwegener als die Frisur eines Hippies während eines Sturms und den Zuschauern wurden prompt fünf solcher Sätze zugemutet, von denen der Hergolshäuser dann drei für sich entschied. Im Anschluss daran wurden allerdings Nägel mit Köpfen gemacht. Andreas und die nachgerückten Rolf, Christof und Matthias zeigten allesamt tadellose Leistungen und zerpflückten die Oberhofers und Schellenbergers dieser Welt mit aller Inbrunst. Dass da eigentlich Leute aus der dritten Mannschaft an der Platte stehen, war nicht ansatzweise zu erkennen. Christof fuhr einen souveränen 3:0-Sieg ein, dass man seinem Vater Joe eigentlich mal Nachhilfestunden in Sachen Kantersieg bei ihm empfehlen müsste. Matthias ließ sich zwar noch einen Satz abnehmen, konterte aber mustergültig mit 11:3 im vierten. Des einen Freud, des anderen Leid. Während andere über sich hinauswuchsen, war Christopher an diesem Abend nur ein Schatten seiner selbst und verlor auch sein zweites Match gegen Vincent Raton, das vorgezogen und dadurch bereits gespielt war, ehe es denn klar war, ob es überhaupt noch zum Gesamtergebnis beiträgt. So war es der Mannschaftsführer, der beim zweiten Match von Christian plötzlich zu dessen größtem Fan avancierte. Ein Sieg des Einsers und Christophers zweite Niederlage wäre nichtig. Christian ließ seinen Teamkollegen nach 1:0- sowie 2:1-Satzführung allerdings durch die Hölle gehen, lieferte sich im fünften Satz einen offenen Schlagabtausch und vergeigte am Ende gar eine 9:4-Führung. Beim Stand von 10:10 punktete er aber mit einer krachenden Vorhand, dass im Nachbarsort schon die Sirenen angingen, weil man einen Blitzeinschlag vermutete. Den Matchball  nutzte Christian dann ebenfalls und Christopher war sofort als erster Gratulant zur Stelle und dementsprechend sichtlich erleichtert.

Match of the Day: R.Heyer – P.Oberhofer: 3:2 (3:11, 8:11, 11:6, 11:9, 14:12)

„Ich erbe im zweiten Paarkreuz heute nichts!“ Die Aussage von Rolf während einer Diskussion vor dem Match sprach Bände über dessen Erwartungshaltung. Doch schön, dass sich auch ein erfahrener und mitten im Leben stehender Tischtennisroutinier noch so irren und unterschätzen kann. Neben all den Comeback- und Debütstories an diesem Abend war es seine Kerze, die am hellsten aufleuchtete, da er entgegen den anderen Glanzlichtern zusätzlich auch an einem 0:2-Satzrückstand zu knabbern hatte. Ab dem dritten Satz sorgte er jedoch für reichlich Furore und ärgerte seinen Gegner Oberhofer mit so manch kniffligen Schlägen, die so vielleicht nicht unbedingt im Lehrbuch stehen, aber ihnen an Effektivität in nichts nachstehen. Nach einem munteren Hin und Her im fünften Durchgang und einer kurzen fehlerintensiven Phase, in der die Zuschauer sich zunächst fragen mussten, ob denn eigentlich überhaupt jemand von den beiden gewinnen will,  ergatterte sich Rolf mit 14:12 dieses Match und feierte dies gewohnt unspektakulär mit einem kurzen „JA!“. Seine gute Laune nach dem Spiel in der Gaststätte war aber unübersehbar und begleitete ihn wahrscheinlich noch einige Tage…  

Punkte für den TSV: Lender/Herla 1, Strauß/Heyer 1, C.Kern/Ennulat 1, Lender 2, Strauß 1, Heyer 1, C.Kern 1, Ennulat 1

10.01.2020: TSV Röthlein – DJK Hergolshausen 9:7 (34:30 Sätze)

Das neue Jahr fing für den TSV so an wie das letzte aufgehört hatte – mit einem spannenden 9:7-Heimerfolg. Eine recht kurze Winterpause hatte allerdings zur Folge, dass das Match in Teilen recht holprig von statten ging. Ein paar der Röthleiner Spieler waren noch etwas hüftsteif und eher defensiv denkend unterwegs und ließen in manchen Situationen die Offensivpower etwas vermissen, doch letzten Endes konnte man beruhigt unter dem Schutzumhang der Redewendung „Morgen fragt keiner mehr nach dem Wie“ die Halle verlassen und dabei zusehen, wie die zwei Punkte in der Tabelle über Nacht den Weg auf das eigene Konto fanden.

Als Einserdoppel nominiert wurde diesmal das Duo Schlegel/Herla, obwohl das beim 8:8 im Hinspiel so furios auftrumpfende Doppel Strauß/Eirich ebenfalls mit von der Partie war. Diese Rotation machte allerdings zu Beginn eher einen weniger guten Eindruck. Vadim und Christopher hatten mit dem vermeintlich leichteren Gegner schwer zu kämpfen und mussten gleich in zwei Sätzen (darunter der fünfte) bis zum 14:12 zittern. Währenddessen  hämmerten Andi und Vitalis das Hergolshäuser Einserdoppel wie ein Bild an die Wand. Mit einer 2:1-Führung  ging es schließlich in die Einzel.

Ein fröhliches Hin und Her ließ keine Mannschaft davonziehen. Vadim gewann gegen Herbert Neubert in einem packenden Match, doch dafür waren die sonst so siegessicheren Christopher und Andreas schüchterner und zurückhaltender als ein Kaninchen vor der Schlange und ließen sich von ihren Gegnern teilweise auseinandernehmen. Ein bisschen mehr Offensivpower hätte beiden gut zu Gesicht gestanden. Über Vitalis und Joe konnte man im ersten Einzel hingegen nichts Negatives sagen. Die beiden legten lockere 3:0-Erfolge aufs Parkett und sorgten für das zwischenzeitliche 5:3. Das war nach Uwes erstem und Vadims zweitem Auftritt allerdings wieder Vergangenheit. Vor allem Uwes Gegner Matthias Wischer erwischte einen Sahnetag und die für Christian eingesprungene eigentliche Nummer drei der zweiten Mannschaft war dessen persönliche Sahnetorte. Im Anschluss daran profitierte Christopher in seinem zweiten Match von einer unfassbaren Fehlerquote seines Gegenübers und Andreas fand rechtzeitig die Powertaste auf seinem Schläger wieder. Die beiden stellten auf 7:5 und zumindest das Unentschieden schien mit Blick auf die nächsten Partien gesichert, da die Hausherren doch weitestgehend favorisiert waren. Doch Vitalis gesellte sich nun ebenfalls zu denen, die einen derart destruktiven Auftritt hinlegten, dass jeder Außenstehende voller Unverständnis aufstöhnte. Als er realisierte, wie einfach er hätte angreifen können, anstatt die Bälle sanft und risikolos rüberzuschieben, war es allerdings zu spät und er war bereits mit 0:3 von der Platte gestreichelt worden. Ein Glück, dass auf den alten Haudegen Joe 100% Verlass war. Der ließ zwar seinen Gegner nach 11:2 und  11:3 unnötig wie ein Aschenbecher auf einem Motorrad zurück ins Geschehen kommen, doch rettete den wichtigen achten Punkt am Ende doch noch im fünften Satz ins Ziel. Den vierten Sieg in Folge für den TSV tütete dann das Einserdoppel Schlegel/Herla ein, welches im Schlussdoppel um ein Vielfaches souveräner agierte und dem Duo Neubert/Weis keine Chance mehr ließ, das Hinspielergebnis zu wiederholen.

Match of the Day: V.Schlegel – H.Neubert 3:2 (11:6, 12:14, 11:7, 8:11, 12:10)

Die Neubert-Brüder würden im Falle von unerwartetem Nachwuchs den Namen Vadim mit ziemlicher Sicherheit  nicht in die engere Auswahl nehmen. Nachdem Vadim in der Hinrunde den Bruder Gerhard mit 12:10 im 5.Satz besiegte, ärgerte er im Rückspiel mit Herbert den anderen, wobei er seinen Prinzipien treu blieb und auch diesen auf knappste Art und Weise erst in der Verlängerung des letzten Satzes schlug. Die Zuschauer sahen ein leidenschaftliches Match und einen Vadim, der nah an seine besten Leistungen vergangener Tage heranreichte. Mit den Problemen, die die Schichtarbeit so mit sich bringt, hat Vadim seit Monaten zu kämpfen. Die Trainingsquantität leidet und an Abenden, an denen nach dem Sport noch die Nachtschicht ansteht, ist auch die Konzentration und Fokussierung auf das Spiel alles andere als einfach. Die Antipathie, die Vadim zusätzlich auch noch für den Plastikball entwickelt hat, tut ihr Übriges und daher kann man sich für den Röthleiner Zweier nur freuen, dass es zwischendurch solche Matches wie gegen Herbert Neubert gibt, die den Spaß zurückbringen und die man mit jedem Atemzug in sich aufsaugen kann, um davon wieder viele Wochen zu zehren.

Punkte für den TSV: Schlegel/Herla 2, Strauß/Eirich 1, Schlegel 1, Herla 1, Strauß 1, Eirich 1, Kern 2

06.12.2019: TSV Röthlein – FC Geldersheim 9:7 (36:32 Sätze)

1305 Ballwechsel, 68 Sätze, 31 davon mit nur zwei Punkten Differenz, acht 5-Satz-Matches… der Wahnsinn, der sich am Nikolaustag in Röthlein zutrug, war in Zahlen kaum noch zu messen und erst recht nicht in Worte zu fassen. An diesem Abend wurden in der Röthleiner Sporthalle mehr Wunder vollbracht als man es dem Mann nachsagt, den man an eben jenem 6.Dezember huldigt. Der TSV Röthlein brachte das Kunststück fertig, in einem glorreichen letzten Hinrundenspiel den bis dato ungeschlagenen FC Geldersheim zu besiegen und ließ sich somit auch im vierten und letzten Spiel in Folge ohne ihren verhinderten Einser Christian nicht beim fleißigen Punktesammeln stören. Während die Gäste leicht bedröppelt später im Sportheim eher aus Frust an ihrem Bier nippten, floss selbiges bei den Jungs vom TSV in weitaus fröhlichere Kehlen.

Da Vadim frühzeitig wegen der Arbeit gehen musste und Andreas kurzfristig verletzt ausfiel, standen die Doppelaufstellungen  fast schon automatisch fest. Im Nachhinein erwies sich das als Fügung des Schicksals, denn wenn man vier von vier Doppeln gewinnt, kann man getrost von der optimalen Ausbeute sprechen. Das zum ersten Mal zusammen spielende Einserdoppel Eirich/Schuler sah zwar teilweise noch etwas unkoordiniert aus und es ließ sich nicht immer ein Konzept erkennen, doch nach und nach harmonierten die beiden immer besser miteinander. Vom Einserdoppelkillerduo Schlegel/Herla braucht man an dieser Stelle eigentlich keine Worte mehr zu verlieren, bis auf eine Niederlage hatten die beiden in dieser Saison bislang stets zuverlässig abgeliefert. Den ersten 5-Satz-Thriller des Abends und gleich eines der größten Highlights setzte danach allerdings das Doppel Kern/Heyer, das ein wirklich sehr unangenehmes Matchup gegen Schander/Erhard hatte und dieses trotz 0:2-Rückstand mit drei superknappen Ergebnissen in den darauffolgenden drei Sätzen noch drehte. Ein erster Eindruck, was den Geldersheimern heute für eine Kampfeslust drohte…

Die ersten Einzel, die durch das Vorziehen von Vadims Spielen in einer ungewohnten Reihenfolge stattfanden, machten den vorher erweckten Anschein aber schnell wieder zunichte. Vadim verlor sein erstes Match gegen Hemmerich mit 10:12 im fünften (auch hier gingen wieder vier der fünf Sätze so knapp wie nur möglich aus) und auch die parallel stattfindenden Spiele von Joe und Vitalis brachten keinen Erfolg. Vitalis‘ Siegesserie riss dabei unglücklicherweise, wobei er sich mit dem Vergessen seines Schlägers und der Notwendigkeit, mit dem Ersatzschläger von Rolf spielen zu müssen, ein kleines bisschen ins eigene Bein schoss! Vadim hingegen demontierte im Anschluss seinen Ex-Teamkollegen Peter Schäfer und ließ teilweise ratlose Gesichter in beiden Lagern zurück, da sich seine beiden Leistungen doch enorm unterschieden.  Dann schlug die Stunde des Rückkehrers. Heino, bereits zum dritten Mal als Ersatz dabei, bekam diesmal endlich einen anspruchsvollen Gegner und gab den Röthleinern mit seinem 5-Satz-Erfolg über Julius Erhardt endgültig neuen Schwung. Ab diesem Zeitpunkt ging kein Spiel mehr deutlich aus. Annähernd jedes Match hatte seinen eigenen Charme und zog die Zuschauer in dessen Bann. Der Sieg von Christopher gegen Jörg Hemmerich verkam zuvor zu einer Geduldsprobe par excellence, bei der ein jeder in der Halle nur darauf wartete, dass es einem der beiden emotionalen Spielern zu bunt werden würde. Der Kämpfer Joe gewann seinen zweiten Satz gegen Andreas Feist mit 20:18 und führte dadurch schon 2:0, ehe er abreißen lassen musste und sich entgegen seiner Gewohnheiten bei einem gedrehten Spiel auf der Verliererseite wiederfand. Vitalis und Heino hatten danach zwar verhältnismäßig langweilige 4-Satz-Siege, aber auch die waren durchtränkt mit kniffligen Situationen. Hierbei war es ein Genuss, einem Heino dabei zuzusehen, wie er die „menschliche Wand“ neu aufleben ließ. Wurde er schon früher so genannt, weil er weit hinter der Platte stehend jegliche auf ihn zukommenden Bälle in hohem Bogen und maschinenähnlicher Präzision zurückbrachte, so kann man ihn spätestens seit seiner Performance gegen Regina Arens erneut mit diesem Spitznamen belegen. Die damit herausgespielte 8:6-Führung der Röthleiner schien einer Vorentscheidung gleich, zumal Rolf und das parallel dazu gestartete Schlussdoppel zwischenzeitlich eine 2:1- bzw eine 2:0-Satzführung ihr Eigen nannten. Doch beide Matches wurden nochmal richtig eng und als Rolf seines doch nach hartem Kampf verloren geben musste, war das Doppel Eirich/Schuler gegen Schäfer/Arens das Allesentscheidende…

Match of the Day: V.Eirich/H.Schuler – P.Schäfer/R.Arens 3:2 (11:8, 15:13, 10:12, 3:11, 11:9)

Bei all den atemberaubenden Partien wäre es schwer geworden, eines als Match of the Day rauszupicken und damit den anderen gerecht zu bleiben. Aber dieses Schlussdoppel vereinigte nochmal alles, was die Spiele größtenteils zuvor auch boten. Doch wie bei einem 5000-Meter-Lauf gilt: die letzte Runde ist die spannendste, weil sie die Entscheidung bringt. Und das Duo Vitalis/Heino tat alles dafür, dass diese Entscheidungsfindung ein Schmankerl für alle wurde. Nach der 2:0-Führung wäre ein einfaches 3:0 möglich gewesen, aber es hätte einfach nicht zum Rest des Abends gepasst. Somit ließ man den dritten Satz mit 10:12 verstreichen. Dass dann Satz Nummer vier mit 3:11 verloren ging, schockierte dann doch etwas und die Angst ging um, dass man den fast schon sicher geglaubten Tagessieg nun doch noch herschenkt. Die Angst wuchs zu einem therapiebedürftigen Zustand, als es im fünften Satz plötzlich 1:5 beim Seitenwechsel stand. Beim Stand von 5:5 nahm Geldersheim in Person von Peter Schäfer dann eine Auszeit, die in so weit erwähnenswert war, dass das Bimmeln eines Handys IN der Auszeit den Schäfer zum Ausflippen brachte. Die zwei folgenden Punkte gingen prompt unter gütiger Mithilfe des emotional aufgebrachten Geldersheimers an Röthlein, indem er zweimal am Ball vorbeischlug. Nun war das Momentum wieder bei den Hausherren, doch auch dieser Vorsprung wurde nochmal verspielt und es kam, wie es kommen musste… 9:9, wer zuerst zwei Punkte in Folge macht, gewinnt das Spiel! Das Röthleiner Duo blieb cool und vollendete zum kompletten Erfolg, was die Jungs des TSV im Anschluss für einen kurzen Moment aus der Haut fahren ließ, so als ob gerade der Meistertitel eingefahren worden wäre! Ein wahrlich glanzvolles und würdiges Ende für eine Hinrunde, die desaströs begann und die nun doch noch einen versöhnlichen und zufriedenstellenden Eindruck macht.

Punkte für den TSV: Eirich/Schuler 2, Schlegel/Herla 1, Kern/Heyer 1, Schlegel 1, Herla 1, Eirich 1, Schuler 2

Christopher Herla

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